Was hat Abnehmen mit Sucht zu tun?

Veröffentlicht auf von Verena

Ein wichtiges Thema bei der ganzen Geschichte ist sicherlich der Umgang mit dem Thema Sucht. Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, ist es naheliegend, meine Sucht auf ein anderes Thema umzulagern. Also z.B. auf Essen oder Alkohol oder Computerspiele. Damit finde ich nicht aus der Sucht, sondern die Sucht findet in mir nur einen anderen Kanal. Meine Lunge dankt mir den Rauchverzicht, aber meine Gesundheit wird weiter durch zu viel und falsche Nahrung belastet. Oder ich betäube mein Hirn mit stupidem Hocken vor dem Computer.

Sucht hat also etwas mit Betäubung zu tun.
Das Gegenteil von Taubheit ist Vitalität. Sport treiben und lebendige, gute Nahrung essen/genießen hat etwas mit wachen, lebendigen Sinnen zu tun. Deshalb ist es für Menschen, die zur Sucht neigen auch so schwer, sich selbst etwas Gutes zu tun.

Meine Beobachtung ist, dass ich häufig meine eigenen Bedürfnisse übersehe, bzw. falsch interpretiere.
Ich neige z.B. dazu, zu wenig zu trinken. Ich glaube, dass es vorkommt, dass ich meinen Durst als Hunger fehlinterpretiere und etwas esse, obwohl ich eigentlich Durst habe. Wenn ich in der Stadt bin zum Einkaufen, gönne ich mir viel eher zwischendurch ein Brötchen oder einen Schokoriegel, als dass ich mir eine Flasche Wasser kaufe. 
Oder auch das Thema Müdigkeit: Ich brauche relativ viel Schlaf. Ich schätze, dass ca. 8 Stunden Schlaf mein täglicher Bedarf wären. Ich genehmige mir jedoch regelmässig weniger Schlaf. Ich hänge abends vor dem Fernseher und bin so müde, dass ich mich nicht mehr aufraffen kann, ins Bett zu gehen. Stattdessen putsche ich mich mit Zigaretten und Zucker wieder auf.
Bei mir wirken Nikotin und Zucker sehr ähnlich: Sie machen mich wacher, beschleunigen den Herzschlag, verbessern die Konzentration und es fällt mir nach dem Genuss von Zucker oder Nikotin leichter, mich für eine unangenehme Aufgabe zu motivieren.

Ich habe gerade den 1. Stern-Artikel aus der Reihe Wege aus der Sucht gelesen. Das ist das Heft Nr. 3 /2008 (vom Januar, kann man in der Bibliothek ausleihen). Im Web habe ich dazu folgenden Link gefunden. Das ist ein Rauchentwöhnungsprogramm vom Stern.

Muss ich mir mal ansehen. Aber interessanterweise ist das Aufhören mit dem Rauchen für mich gar kein Problem. Zumindest nicht auf der Oberfläche. Der ersten Tage waren ätzend, ok., aber mein viel zentraleres Thema ist der Umgang mit Sucht generell. Und sichtbar wird das Ganze dadurch, dass ich einfach zu dick bin.

Diesem Thema werde ich mich also noch ausführlicher widmen. 
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