Sei Dein bester Freund

Veröffentlicht auf von Verena

Alkohol, Zigaretten, Fernsehen, Süßigkeiten und Knabberkram: mir scheint, dies sind die Zutaten mit denen ein ganzes Volk still und dumm gehalten wird. 

All die Enttäuschungen und Frustrationen werden erstickt, ertränkt und betäubt.
Du kommst abends ausgelaugt und unzufrieden von der Arbeit nach Hause? Deine Gedanken kreisen und der Job lässt dich nicht los? Da muss man ja fast nicht überlegen was zu tun ist: Glotze einschalten, Bier aufmachen oder wahlweise Sweets einwerfen und schon ist das Hirn auf Standby.

Warum tun wir das?
Warum tue ich das? Weil ich im Grunde genommen davon überzeugt bin, dass ich selbst, persönlich und höchst privat schuld bin, dass mein Leben so ist wie es ist. All die Belastungen und Unzulänglichkeiten zeigen auf mich, mein persönliches Versagen. Und das will ich mir abends nicht auch noch reinziehen.

Ich will Trost und Entspannung, einen Ausgleich für was auch immer ich tagsüber durchgemacht habe. Aber ich bin mir nicht mein bester Freund, sondern stehe streng und trimphierend neben mir: "Siehst du," denke ich "es könnte dir so viel besser gehen, wenn du nur diese oder jene Entscheidung damals nicht getroffen hättest." 
Wie traurig. Ich will diese Gedanken nicht, ich belohne mich mit einem guten Glas Wein und die Glotze läuft und nimmt mir das Denken ab.



Wie also sollte mein wohlverdienter Feierabend aussehen?
Nun ja, es gibt schon Möglichkeiten - und mal ganz ehrlich: Jede Einzelne ist attraktiver als ein Tatort am Sonntag Abend. Was meinst Du?

* Wie wäre es mit einer Kanne heißem Tee und einem guten Buch früh ins Bett zu gehen?
* Oder noch schnell bei einer Freundin oder Freund vorbei zu schauen, sie vielleicht zu einem kleinen Abendspaziergang abzuholen?
* Ich habe ja durchaus auch eine kreative Ader, wie wäre es Abends ein schönes Fotoalbum zu gestalten, zu malen oder einfach mal zu puzzeln?
* Ich könnte einen Schal stricken. (Wenn ich jetzt anfange, könnte ich es sogar schaffen ihn fertig zu kriegen, bis es richtig kalt wird...)
* Ich könnte ein paar Yoga-Übungen machen und anschließend meditieren
* oder mal wieder meine Mutter oder so anrufen und ein bisschen plaudern.

Ich werde versuchen, meine Abende bewusster so zu gestalten, dass ich mir was Gutes tue, statt nur meinen Frust und meine Erschöpfung zu betäuben.

 
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